Portrait

Wie hat das alles angefangen mit der Zauberei?

Schon als Kind habe ich auf jedem Fest und jeder Familienfeier etwas aufgeführt, denn ich liebte es, mir etwas auszudenken und dann später anderen zu präsentieren. Das begann damals nicht mit der Zauberei, sondern mit Sketchen und kleinen Theaterstücken. Heute freue ich mich jeden Tag auf´s Neue darüber, dass ich meine Leidenschaft zu meinem Beruf gemacht habe. 

Hattest Du auch einen Zauberkasten?

Ja, ich habe auch als Kind einen Zauberkasten geschenkt bekommen, wie bestimmt viele in diesem Alter. Die Zauberei hat mich sofort begeistert und als ich älter wurde, studierte ich Bücher zu dem Thema und zeichnete jede Zaubersendung im Fernsehen auf. Mit 16 Jahren wurde ich Mitglied im Magischen Zirkel von Deutschland. In der Zaubervereinigung wurde ich gefördert und durfte sehr viel über diese vielfältige Kunst lernen. Das Feuer wurde von einem Zauberkasten entfacht und brennt immer noch. Heute ist mein Zauberkasten etwas größer als damals.

Was unterscheidet dich von anderen Zauberern?

Mit meiner Zauberei erzähle ich Geschichten. Alles, was bei mir auf der Bühne passiert, hat seine Bedeutung. Es gibt nicht nur einfache Effekte, sondern jedes Wunder hat immer eine eigene Dramaturgie. Das gibt der Magie eine ganz neue Seite. Bisher standen Zauberer auf der Bühne, zeigten Illusionen – und die Zuschauer durften darüber grübeln, wie diese funktionieren. Doch ich finde, dass Zauberkunst nicht auf das Geheimnis reduziert werden darf, denn es ist eine Kunstform, bei der es darum geht, die Menschen zum Staunen zu bringen. Das ist es, was meine Zauberei auszeichnet – das Staunen. Meine Zuschauer sollen nicht Teil eines Rätselspiels sein, sondern das Staunen genießen. Das Staunen ist etwas Wunderbares und ist eine Sache, die in unserer heutigen Gesellschaft leider meist zu kurz kommt.

Wer sollte sich dein Programm anschauen?

Jeder Mensch, der gerne lacht, der mal wieder staunen möchte oder einen poetischen Moment genießen will. In meinem Programm erleben die Zuschauer viel Komisches und Skurriles, aber es gibt eben auch die ganz stillen Momente, bei denen das Staunen ganz im Vordergrund steht. Ja, richtig ist, wer mal wieder so richtig staunen will.

Hast du ein Vorbild?

Das eine große Vorbild alleine gibt es bei mir nicht. Jedoch gibt es viele Künstler, deren Arbeit ich sehr schätze. Dazu gehören Musiker wie etwa David Bowie, Schauspieler wie Johnny Depp oder Regisseure wie Tim Burton. Ich bewundere Menschen, die sich mit viel Kraft und Liebe ihrer Kunst widmen und diese vorantreiben.

Entwickelst Du alle Ideen alleine?

Nein, ich arbeite inzwischen mit einem kleinen und ausgewählten Team zusammen. Ich habe Leute gesucht, die genau das, was ich auf die Bühne bringen will, verstehen und mit Freude gemeinsam mit mir daran arbeiten. Dazu gehört ein Autor, mit dem ich an Texten arbeite, ein tricktechnischer Berater, der mich bei der Realisierung von neuen Zaubereffekten unterstützt, ein Regisseur, der darauf achtet, dass die Geschichten und mein Programm die richtige Dramaturgie haben. Und für alles, was nicht auf der Bühne stattfindet, sondern im Büro, gibt es mein Management, das mich sehr unterstützt und sich um alles Organisatorische und Bürokratische kümmert.

Wieviel Alexander Merk steckt in dem, was ich auf der Bühne zu sehen bekomme?

Auf der Bühne spiele ich eine Kunstfigur, jedoch ist diese sehr nah an den tatsächlichen Alexander Merk angelehnt. Ich muss also nicht zu 100% jemand anderes sein, aber einiges ist natürlich ein bisschen übertrieben. Doch gerade dadurch, dass meine Phantasie die Inspirationsquelle für das, was ich auf der Bühne mache ist, trägt alles meine ganz persönliche Handschrift.

Was sagt deine Familie zu deinem außergewöhnlichem Beruf?

Meine Eltern unterstützen mich in jeder Hinsicht und sind auch immer die ersten, die eine neue Darbietung sehen dürfen. Auf ihre Meinung lege ich sehr viel Wert. Meine Eltern haben meinen künstlerischen Werdegang von Anfang an begleitet und Sie haben mich stets darin bestärkt, meinen Traum zu leben und meine Leidenschaft zum Beruf zu machen. Mein Vater hat damals immer in seiner Werkstatt gemeinsam mit mir die ersten Requisiten gebaut. Er ist handwerklich sehr geschickt, das habe ich von ihm geerbt. Aber auch heute noch frage ich ihn bei technischen Schwierigkeiten gerne um Rat, denn seine oft ganz andere Sichtweise half bisher immer, ein Problem wie von Zauberhand zu lösen.

Was sind deine nächsten Ziele?

Gerne möchte ich mithelfen, die Zauberei in Deutschland wieder etwas populärer zu machen. Man findet leider viel zu selten Zauberprogramme in deutschen Theatern oder im Fernsehen. In anderen Ländern gibt es eine richtige Zauberkultur, die Magie ist dort fester Bestandteil der Theater-Spielpläne und des Fernsehprogramms. Deshalb arbeite ich ständig an meinem Soloprogramm und versuche, möglichst vielen Leuten zu zeigen, wie schön die Kunst der Illusion ist. Ich trete bereits in einigen deutschen Theatern auf, suche aber stets nach weiteren Spielstätten, die zwischen den üblichen Comedy- und Kabarettveranstaltungen auch einmal etwas Ungewöhnliches in das Programm aufnehmen wollen.

 

 

Das Interview führte Katie Kleff von Antenne Bayern.



  

Ein veritabler Hochgenuss auf dem schillernden Feld der Zauberkunst.

  
General-Anzeiger