Portrait


Wie hat das alles angefangen mit der Zauberei?
Bei mir kam die Zauberkunst auf sehr ungewöhnlichem Wege. Schon als Kind war ich ein kleiner Tagträumer und konnte Stunden damit verbringen, in meiner Phantasiewelt zu spielen. Und schon immer habe ich auf jedem Fest und jeder Familienfeier etwas aufgeführt, denn ich liebte es, mir etwas auszudenken und dann später anderen zu präsentieren. Das begann nicht mit der Zauberei, sondern mit Sketchen und kleinen Theaterstücken. Irgendwann kam ich jedoch zu dem Punkt, an dem ich aufgrund meiner ausgeprägten Phantasie nicht alles, was ich mir ausdachte, vorführen konnte. Denn es waren unmögliche Dinge, die ich mir vorstellte. Also habe ich angefangen, das Handwerk der Zauberkunst zu lernen, um auch weiterhin meine Geschichten erzählen zu können. Ich studierte Bücher und zeichnete jede Zaubersendung im Fernsehen auf. Weihnachts- und Geburtstagsgeschenke meiner Kindheit und Jugend drehten sich um das Thema „Zaubern“. Und mit der Zeit konnte ich so viel, dass es mir endlich möglich war, meine unmögliche Phantasiewelt auf die Bühne zu bringen.

Was unterscheidet dich von anderen Zaubernden?
Alles, was bei mir auf der Bühne an Magie passiert, hat seine Bedeutung und seine eigene Geschichte. Das gibt der Magie eine ganz neue Seite. Bisher standen Zauberer auf der Bühne, zeigten Tricks – und die Zuschauer durften darüber grübeln, wie diese funktionieren. Doch ich finde, dass Zauberkunst nicht auf Tricks reduziert werden darf, denn es ist eine Kunstform, bei der es darum geht, die Menschen zum Staunen zu bringen. Das ist es, was meine Zauberei auszeichnet. Ich erzähle Geschichten, bei denen die Zauberei einen Teil der Geschichte darstellt. Es geht bei mir um das Staunen und das Träumen – zwei Dinge, die in unserer heutigen Gesellschaft leider meist zu kurz kommen.

Wer sollte sich deine Programme anschauen?
Richtig aufgehoben fühlen sich wohl Leute, die zwar gerne lachen, aber sich auch daran erfreuen, nachdenkliche Momente zu erleben, denn mit meinem Abendprogramm biete ich einige Minuten zum Zurücklehnen und Träumen. Ob Kinder, Jugendliche, Erwachsene das spielt keine Rolle. Richtig ist, wer mal wieder so richtig staunen will.

Hast du eine Botschaft, eine Message?
Natürlich, in jeder meiner Geschichten steckt eine eigene Aussage. Ich versuche jedoch, diese so selten wie möglich auszusprechen, da jeder selbst entscheiden soll, was er aus einer meiner Geschichten mitnehmen will. Eine ganz allgemeine und übergreifende Botschaft gibt es natürlich auch. Es geht darum, sich einen Teil seiner Kindheit zu bewahren, dass es Wichtigeres gibt als Geld und Aussehen und vor allem, dass auch etwas nicht Sichtbares real sein kann!

Hast du ein Vorbild?
Das eine große Vorbild gibt es bei mir nicht. Jedoch gibt es viele Künstler, deren Arbeit ich sehr schätze. Dazu gehören Musiker wie etwa David Bowie, Schauspieler wie Johnny Depp oder Regisseure wie Tim Burton. Ich bewundere Menschen, die sich mit so viel Kraft und Liebe ihrer Kunst widmen und diese voran treiben.

Arbeitest du mit einem großen Team zusammen?
Nein, ich arbeite mit einem sehr kleinen und ausgewählten Team zusammen. Ich habe Leute gesucht, die genau das, was ich auf die Bühne bringen will, verstehen und mit Freude daran arbeiten. Dazu gehört ein Autor, mit dem ich an Texten arbeite, ein tricktechnischer Berater, der mich bei der Realisierung von neuen Zaubereffekten unterstützt, ein Regisseur, der darauf achtet, dass die Geschichten und mein Programm die richtige Dramaturgie haben, und letzten Endes mein Management, das mich sehr unterstützt und von dem ich sehr viel lerne.

Wieviel Alexander Merk steckt in dem, was ich auf der Bühne zu
sehen bekomme?
Sehr viel. Ich spiele zwar auf der Bühne eine Kunstfigur, jedoch ist diese sehr nah an den tatsächlichen Alexander Merk angelegt. Einiges ist natürlich ein bisschen übertrieben. Doch gerade dadurch, dass meine Phantasie die Inspirationsquelle für das, was ich auf der Bühne mache, ist, trägt alles meine ganz persönliche Handschrift.

Was sagt deine Familie zu deinem Beruf?
Meine Eltern unterstützen mich in jeglicher Hinsicht und sind auch immer die ersten, die eine neue Darbietung sehen dürfen. Auf ihre Meinung lege ich sehr viel Wert, da meine Eltern meinen ganzen künstlerischen Werdegang begleitet haben. Mein Vater kann oft mit dem ganzen Romantischen und Verträumten wenig anfangen, er ist eher ein Mann für's Grobe. Aber ich bin auch ganz froh, dass nicht allen alles gefällt, was ich mache. Jeder soll seine Rosinen haben, die er sich herauspicken kann.

Welche Projekte stehen in naher Zukunft an?
Im Augenblick bin ich auf der Suche nach außergewöhnlichen Auftrittsorten. Zum Beispiel werde ich eine Show in einem Haus spielen, das verkehrt herum gebaut ist. Man betritt das Haus über den Dachboden und kann nach oben in den Keller laufen. Die Möbel sind ebenfalls an der Decke. Das ist für mich ein wirklich perfekter, magischer Ort für eine Zaubervorstellung. Magie kann zwar in einem Theater stattfinden, jedoch finde ich, dass es noch viel mehr andere tolle Plätze hierfür gibt. Wie wunderschön magisch kann ein Abend werden, wenn die Show in einem schönen Hof stattfindet und um einen Brunnen spielt? Und genau solche zauberhaften Örtlichkeiten suche ich gerade, um dort Menschen zum Staunen zu bringen. Wer denkt, etwas dergleichen zu kennen, darf sich gerne bei mir melden.


Das Interview führte Katie Kleff von Antenne Bayern.


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